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Wie auf Heise Security zu lesen ist, wurde gegen den französichen Studenten Guillaume Tena anklage erhoben, weil er gegen das Gesetz zum Schutz geistigen Eigentums verstoßen haben soll .. so argumentiert zumindest die zuständige Staatsanwaltschaft.

Fakt ist jedoch, das Tena ein Sicherheitsproblem in einem fast nur in Frankreich eingesetzten Antiviren-Programm entdeckt und aufgedeckt hatte. Diese Erkenntnisse veröffentlichte er unter seinem Pseudonym Guillermito auf seiner Webseite. Der Herrsteller des Programms reichte daraufhin im Jahre 2002 Klage wegen Verletzung des Copyrights ein. Der Student hätte eine illegale Kopie des Programms benutzt, dieses disassembliert und Teile des Codes veröffentlicht, so der Herrsteller.

Seit einigen Tagen steht nun steht der in Boston / USA lebende Student in Paris vor Gericht. Dabei droht ihm neben einer Geltstrafe von 6000 Euro noch eine Haftstrafe von vier Monaten auf Bewährung, zumindest sind dieses die Forderungen der Staatsanwaltschaft. Der Herrsteller der Software fordert sogar 900.000 Euro Schadensersatz.

Sollte es in diesem Fall zu einer Verurteilung kommen, könnte dieses, zumindest in Frankreich, einen Präzedenzfall für den Umgang mit Sicherheitslücken schaffen. Spinnt man dieses etwas weiter, dann könnten zukünftig in Frankreich Seiten wie bugtrack.org oder die Mailing-List "Full-Disclosure" illegal werden. Auch für Softwarehersteller würde sich in Frankreich ein ungeahntes Paradies auftuen, könnte man Software doch einem breiten Publikum vorsetzen und quasi einen durch den Verbraucher finanzierten Beta-Test starten … schließlich könnte man jeden Anwender, der ein Sicherheitsproblem entdeckt und dieses öffentlich macht vor den Kadi zerren. Ok, das ist natürlich etwas überspitzt dargestellt, trotzdem sollte jede Firma / Softwareschmiede doch dankbar sein, wenn Anwender Ihnen Fehler in Ihren Anwendungen zeigen …. oder sehe ich das jetzt so falsch ?????

Quelle : Heise Security