Paranoia oder Bombenterror in Hamburger S-Bahn

Hm, die Attentate in London scheinen einige Leute ja mehr oder weniger stark mitzunehmen. Ein sehr krasses Beispiel dafür ist mir heute nach Feierabend passiert.

Ich sitze wie jeden Tag in der S-Bahn, als eine Frau (ich würde mal sagen Mitte 30) ebenfalls die S-Bahn betritt. So weit so gut, soll ja vorkommen und an sich nichts Außergewöhnliches. Kurz bevor sich die Bahn in Bewegung setzte, stieg allerdings noch ein Mann, ich vermute mal ein Türke, mit einer kleinen Sporttasche ebenfalls in die Bahn ein.

Die Frau schien damit allerdings ein kleines Problem zu haben, denn in dem Moment als sie feststellte, das ein Muslime im Abteil saß, sprang sie auf und wollte die Bahn verlassen. Zu spät allerdings, die Türen waren schon zu und sie konnte nicht mehr raus.

Ich fragte mich noch, was denn los sei, da sprach sie den gerade eingestiegenen Mann an und fragte ihn, ob er eine Bombe in seiner Tasche hätte. Nun ja, auf eine doofe Frage gehört bekanntlich auch eine doofe Antwort und so antwortete diese "ja, wieso?" Darauf hin drehte die gute Dame vollkommen am Rad, drückte den Notruf und wurde immer hysterischer.
Als der Mann feststellte, das die Frau seinen Witz nicht ganz so verstanden hatte, versuchte er (und noch ein paar andere Fahrgäste) die gute zu beruhigen, vergebens. Sie forderte den S-Bahn-Fahrer auf, den Zug anzuhalten und die Cops zu rufen.

Ah ja, dachte ich so bei mir, das war´s wohl mit pünktlich nach Hause kommen. Das gleiche musste wohl auch ein andere Mann (wohl auch ein ausländischer Mitbürger) gedacht haben, denn er versuchte ebenfalls die Frau zu beruhigen und versicherte Ihr, dass wir (also alle in der Bahn) nur Feierabend haben und eigentlich nur nach Hause wollen und keiner eine Bombe dabei hat. Leider konnte man deutlich einen Akzent in seiner Stimme hören, was die Frau nur noch umso mehr in Panik versetzte und sie nun für den zweiten Mann auch einen Streifenwagen anforderte. Mittlerweile konnten noch nicht einmal die restlichen Fahrgäste die Frau beruhigen, die inzwischen ununterbrochen den S-Bahn-Fahrer nach den Cops anflehte und er möge doch bitte die Türen der S-Bahn in der nächsten Station so lange geschlossen lassen, bis diese denn dann auch eingetroffen sind.

An der nächsten Station beruhigte sich die ganze Situation zum Glück wieder. Die Dame verließ (zum Glück) unser Abteil und auch der S-Bahn-Fahrer nahm die ganze Angelegenheit mehr oder weniger auf die leichte Schulter, so dass ich "nur" mit 5 Minuten Verspätung zuhause ankam.

Zugegeben, ein sehr krasses Beispiel, aber ist es wirklich schon so weit? Reichen ein südländisches Aussehen und eine Sporttasche um bei einigen unserer Mitbürger Panik auszulösen?

Ich hoffe nicht.

2 thoughts on “Paranoia oder Bombenterror in Hamburger S-Bahn

  1. Jup, das habe ich mich auf gefragt .. zumal der Freaggle mit der Tasche einen durchaus netten Eindruck gemacht hat…

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