wikipedia.de nicht erreichbar

Aufgrund einer einstweilige Verfügung des Amtsgericht Berlin-Charlottenburg ist die deutsche Version der freien Enzyklopädie Wikipedia nicht mehr unter der Domain wikipedia.de erreichbar.

Per gerichtliche Anordnung untersagt das Amtsgericht dem Verein Wikimedia Deutschland, von der Domain wikipedia.de auf de.wikipedia.org weiterzuleiten. Der Grund dafür ist, dass die Eltern des verstorbenen Computerhackers Tron (Boris F.) aus Berlin nicht wünschten, dass der volle Name ihres Sohnes und nicht nur sein Pseudonym in einem Artikel der Wikipedia veröffentlicht wird.

Stellt sich einem doch die Frage, ist der Nachname einer Hackerlegende (oder von wem auch immer) von öffentlichem Interesse oder ist selbiger durch das Persönlichkeitsrecht geschützt. Gerade die Tatsache das Tron 1999 1998 Verstorben ist, wirft ein komplett anderes Licht auf die Angelegenheit. Bei einer lebenden Person würde ich automatisch dem Persönlichkeitsrecht vorzug geben, aber bei einem Toten stellt sich die Sachlage doch etwas anders dar (zumindest für einen juristischen Laien wie mich).

Das der Chaos Computer Club (CCC) sich auf die Seiten der Eltern von Boris F. gestellt hat, wurde zwar in vielen Artikel geschrieben (SPON, derStandard.at), auf der Seite des CCC aber dementiert (hätte mich auch gewundert).

Stellt sich abschließend aber die Frage, welche Ziele die Familie des 1998 verstorbenen Hackers verfolgt und welche Auswirkungen ein Urteil im bezug auf das postmortale Persönlichkeitsrecht haben wird … vielleicht kennen spätere Generationen bald nur noch Ludwig van B. oder John L.

Update
Mehr zum Thema Tron vs. Wikipedia gibt es bei:
Berlin Blawg
andreas.org
burks.de
Telepolis

[via de.wikipedia.org]

2 thoughts on “wikipedia.de nicht erreichbar

  1. Der Rechtsanwalt Friedrich Kurz, der wikipedia.de 1 Tag lang zensieren konnte, war auch der RA des BUNDESPRESSEAMTS der Bundesregierung im Fall kanzlerschroeder.de. Um eine e.V. beim Landgericht Berlin 23 Zivilkammer durchzusetzen, wurde das Persönlichkeitsrecht unseres damaligen Kanzlers von RA www.rechtkreativ.de implizit verstaatlicht, ohne dass Herr Gerhardt Schröder hierzu sein Einverständnis gab. Wegen dieses rechtlichen Fehlers musste das BUNDESPRESSEAMT die Freiheit von folgenden urls garantieren per Landsgerichtvergleich: www.wahlleiter.de, www.unionsbuerger.de, www.eine-frau-soll-kanzler-werden.de, www.praesidentin.de und www.stoiberkanzler.de darf das Bundespressamt vereinbarungsgemäss nicht beanspruchen.

Comments are closed.