PDF Websites oder wir erfinden das WWW neu

Was muss ich da gerade im Dr. Web Weblog lesen. Walter Schöndorf, Inhaber der Werbeagentur Trade Group möchte das Webdesign revolutionieren und Internetseite zukünftig nur noch als PDF publizieren (Web 3.0 sozusagen).

„PDF-Sites (ipdf) hätten ein hundertprozentig sicheres Layout, die Seiten ließen sich einfach skalieren und drucken, man könne in sie hineinzoomen und per Index nach Begriffen suchen. Die kompakten Dateien lassen sich zudem leichter ergoogeln, downloaden, offline betrachten und im Acrobat mit Notizen versehen.“

Verdammt, wieso habe mir nur so viel Mühe mit Themen wie Barrierefreiheit oder RSS-Feeds gemacht, wenn es das bald sowieso nicht mehr gibt … :)

Aber wie sagt Dr. Web doch so schon: Das Web gehört nicht in den Drucker, sondern in den Browser.

5 thoughts on “PDF Websites oder wir erfinden das WWW neu

  1. man muss es auch so sehen, das viele das Internet auch als Informationsquelle nutzen und da wäre es manchmal schon schön, wenn man bestimmte Webseiten einfach als PDF hätte. Sicherlich ist das nicht für alle Webseiten relevant, aber für einige trifft das sehr gut zu!

  2. Dr. Web hatte das ja schon richtig erkannt, das große Problem ist ja nicht das PDF selber sondern die Verlinkung untereinander. Webseiten kann ich verlinken, eine Seite in einem PDF nicht.

  3. Es gibt im PDF die Möglichkeit, Sprungmarken zu setzen. Diese lassen sich aus jeder beliebigen Quelle aufrufen. Beispiel: foo.bar/foobar.pdf#seite1. Insofern lassen sich Seiten unterschiedlicher PDFs sehr wohl untereinander verknüpfen.

    Abgesehen davon werden hier wiedermal Äpfel mit Birnen verglichen. Das CSS + HTML nicht „Layoutsicher“ ist, liegt an der fehlerhaften Implementierung in den Anzeigegeräten – sprich: Browsern – und nicht daran das es zu kompliziert ist oder insgesamt unzureichend „gut“ ist. Würde man so verfahren, wie die Tradegroup, würde man nur *einen* Browser unterstützen[1] und alle anderen außer acht lassen. Dann brauche ich allerdings auch kein PDF, sondern kann entweder zurück zu HTML4x Transitional Tabellenmonsterkonstruktionen für $Browser gehen oder XHTML1.x + CSS2x Layoutsicher gestalten.

    Die so viel beschworene „Layouttreue“ hat auch bei einem PDF Grenzen. Simples Beispiel sind Schriftarten. Sofern nicht eingebunden sondern am Client vorausgesetzt, geht’s daneben. Exakt das selbe Problem gibt’s auch bei „herkömmlichen Seiten“ die auf HTML/CSS basieren. Dafür wurden downloadbare Schriften in CSS2 definiert…diese fliegen in CSS2.1 wieder raus. Einer der Gründe wird sicher sein, dass nur zwei Browser das unterstützt haben.

    Zum Thema Barrierefreiheit und PDF gibt es in [2] einen interessanten Artikel.

    [1] wenn ich mir die Siete der „Trade Group“ in Xpdf ansehe, ist es weder les- noch benutzbar. Acrobat Reader „funktioniert“ hingegen. Schon an einer einfachen, nicht interaktive Seite scheitern die „Profis“ dort…

    [2] www.einfach-fuer-alle.de/artikel/pdf_barrierefrei/

  4. www.einfach-fuer-alle.de ist sowieso die Pflichtlektüre für alle, die das Web barrierefrei gestalten wollen.

    Zum Thema PDF-Verlinkung .. stimmt .. ist mir inzwischen auch wieder in den Sinn gekommen. Sogar die Suche eines PDFs lässt sich per URL ansteuern.

    Dazu noch nen Link:
    PDFOpenParameters

  5. hmm bin mir jetzt nicht ganz sicher aber jedesmal wenn ich ein pdf dokument (aus versehen) aufmache kack mir der browser fast ab und ich brauche zig sekunden bis ich die informationen sie ich suche endlich lesen kann. also das als ziel/zukunft zu sehen scheint mir etwas unrealistisch.

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