Copy&Paste Web 2.0 in Deutschland?

Gregor Hochmuth schreibt auf TechCrunch seine Sicht über die Web 2.0 Kultur in Deutschland und kommt zu dem Schluss, das im Lande der Dichter und Denker alles nur eine schlechte schlichte Kopie amerikanischer Vorbilder ist. Um seine Behauptung zu untermauern, zeigt er dem amerikanischen Leser auch gleich noch, wie die deutschen Applikationen im Original heißen.

Ist Deutschland wirklich eine Nation voller CopyCats? Gibt es hierzulande keine innovativen Ideen mehr? Mit nichten würde ich mal sagen. Zugegen, Projekte wie StudiVZ, Frazr oder WebNews orientieren sich dermaßen stark am „Orginal“, das es schon weh tut … aber das ist der deutschen Community auch schon aufgefallen – nichts neues also.

Von den unrühmlichen Ausnahmen einmal abgesehen, der Vergleiche von Photocase und Flickr hinkt dann doch schon erheblich, denn alleine der Sinn und Zweck beider Dienste ist definitiv nicht vergleichbar und auch bei XING / LinkedIn habe ich so meine Probleme.

Der absolute Brüller ist aber der Vergleich Web 2.0 und Web Zwei Null. Mal davon abgesehen, das ich hierzulande die Schreibweise Web Zwei Null bislang nur im übertragenem Sinn gesehen habe – Web 2.0 ist dann doch wohl eher der passendere Terminus technicus – ist der Begriff vielleicht von einem US-Amerikaner geprägt, aber doch bei weitem kein Kulturgut der USA.

Insgesamt daher vielleicht ein netter Artikel, aber im Großen und Ganzen sehr oberflächlich. Zwar wird vermerkt, das es auch in Deutschland kreative und innovative Startups gibt (MindMeister/blauarbeit.de) aber im Endeffekt ist es ein Rundumschlag, der meiner Meinung nach nicht hätte sein müssen.

Aber vielleicht gibt es ja bald eine deutsche Kopie von diesem Artikel:

US-Amerikanische Web 2.0 Startups und was ihre deutschen Kopien besser gemacht haben!

Oliver Wagner lädt übrigens zur Diskussion zu diesem Thema auf der neuen Plattform Lycos iQ Pro und Contra ein.

[via agenturblog]

2 thoughts on “Copy&Paste Web 2.0 in Deutschland?

  1. Ja und? Was ist daran so schlimm? Es schimpft doch auch keiner über Audi nur weil sie die auch Autos bauen, die Daimler erfunden hat. Es spricht doch nichts dagegen eine funktionierene Idee aus dem Ausland auf dem deutschen Markt zu etablieren. Wird im Fernsehen mit etlichen Serien genau so gemacht. Das eigentliche verwerfliche an der Sache ist der Neid derer, die sich nicht trauen _überhaupt_ etwas zu machen. Innovation entsteht durch Wettbewerb, da darf man inital auch mal kopieren.

  2. Jup, mein Reden … oder um es mit den Worten eines ehem. Dozenten von mir zu sagen:

    Besser gut kopiert, als schlecht selber gemacht :)

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