Schummelt Microsoft im Browser-Benchmark?

Wer hat den besten schnellsten Browser? Alle Jahre wieder – oder besser mit jedem Release einer neuen Version – beschäftigen sich die Browser-Hersteller mit dieser Frage. Als Testkriterien haben sich in der Vergangenheit dabei drei Testverfahren als Maßstab etabliert:

Und genau bei dem letzten Test, Suns SunSpider JavaScript Benchmark, soll der Softwareriese aus Redmond im siebten Plattform Preview des Internet Explorer 9 getrickst haben. Fakt oder Fiktion?

Fakt ist, schon kurz nach dem Release hat Microsoft vermelden lassen, der Browser sei in Sachen JavaScript-Geschwindigkeit der Konkurrenz weit überlegen. Grundlage dafür war das Ergebnis des JavaScript-Benchmark SunSpider.

Fakt ist auch, dass der Mozilla-Entwickler Rob Sayre durch minimale Modifikationen an einem Test in SunSpider massive Auswirkungen auf die benötigte Rechenzeit im IE9 erzeugen konnte. Chrome oder Opera ließ diese Modifikation dagegen absolut kalt. Laut Microsoft verwende der IE9 “Dead Code Eliminiation”, einen Kompilierungstrick, der durch die Modifikation des Mozilla-Entwickler ausgeschaltet wurde – was Sayre als “unzuverlässig und unvollständig” bezeichnet.

Willkommen mitten im Browser-Krieg – aber irgendwie ist man das ja schon gewohnt … es ändern sich nur ständig die Kontrahenten.

Aber wer hat denn nun den schnellsten? Schaut man sich im Web mal ein wenig um, so findet man schnell heraus, dass es bei den aktuellen Browsern keinen wirklichen Gewinner in Sachen JavaScript-Geschwindigkeit gibt. Alle aktuellen (Beta)Browser schlagen sich sehr gut – mit Ausnahme vielleicht vom IE8 und FireFox 3.x … aber auch dort zeigen die Betas der kommenden Versionen von Mozilla und Microsoft ebenfalls eindeutige Verbesserungen.

[via digitizor]

3 Comments

  1. Kommt es denn beim Browser immer NUR auf die Geschwindigkeit an? Es gibt doch auch noch zahlreiche andere nützliche Features, die man eigentlich nicht außer Acht lassen sollte. Das ständige Gegucke auf die Schnelligkeit nervt irgendwie, zumal man als menschlicher Nutzer die Millisekunden teilweise eh nicht richtig mitbekommt. Somit merkt man im Zweifel manchmal gar nicht, DASS ein Browser schneller ist…

  2. Tomas

    Hallo,
    ich seh es genauso wie mein Vorredner. Diese gesamte Schwanzlängen-Vergleich Thematik hat seine Legitimation, aber nicht in der Form! Ein gesunder Konkurrenz Gedanke hält den Markt aufrecht und lebendig, aber es in Schlammschlachten ausufern zu lassen ist lächerlich.
    Ich nutze z.B. Firefox, aber nicht aufgrund irgendwelcher Wert die in irgendwelchen Geschwindigkeitstests erreicht wurden sondern weil mir das Unternehmen gefällt und ich Microsoft nicht mag! Ich glaube, würde sich Microsoft mal sein Image bedenken, könnten sie viel mehr erreichen als mit gefakten Geschwindigkeitswerten!
    Mit bestem Gruß
    Tomas

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