Kurze Einleitung : P3scan
ist ein transparenter POP3-Proxy, der es erlaubt Virenscanning und
Spamfilter zu implementieren ohne dabei etwas an den Clients ändern zu
müssen. Dazu wird P3Scan auf einem Linux-Gateway installiert und via
iptables eine Umleitung auf den lokalen p3scan-Dienst erzwungen. Als
Antiviren/AntiSpam-System nutzt P3scan z.B. SpamAssassin oder ClamAV.
Seit
einiger Zeit habe ich nun P3Scan auch bei mir auf meinem Linux Router
am Laufen und ich muss sagen, ich bin begeistert! Als AntiSpam-System
habe ich SpamAssassin laufen und die Virenfilterung übernimmt bei mir
F-Prot-Antivirus in der freien Linux-Workstation-Version.
Die
Installation auf meinem Linux System war dabei denkbar einfach und,
sollte es dennoch mal zu Problemen kommen, die FAQ und das Support
Forum auf sourceforge bieten einem Hilfe und Ansätze zur Genüge.
Aber
kommen wir zum wichtigsten, der Installation. User der Debian Linux
Distribution haben es hier denke ich mal am einfachsten, können sie
sich doch die benötigten Packete per apt-get installieren. Allen
anderen bleibt nur der Weg über die Sourcen .. was aber auch kein
Hexenwerk ist!
Hat man alle Sourcen installiert, muss man zunächst alle ausgehende POP3-Verbindung per iptables umzuleiten.
/sbin/iptables -t nat -A OUTPUT -p tcp --dport pop3 -m owner --uid-owner 111 -j ACCEPT
/sbin/iptables -t nat -A OUTPUT -p tcp --dport pop3 -j REDIRECT --to 8110
/sbin/iptables -t nat -A PREROUTING -p tcp -i eth1 --dport pop3 -j REDIRECT --to 8110
eth1
ist in diesem Fall die Netzwerkkarte in meinem Router die ins LAN geht.
Wer (wie ich) 2 kleinere LAN-Netze und also auch insgesamt 3
Netzwerkkarten in seinem Gerät hat (kommt denke ich nur bei Home-Made
mini Linux Routern in Frage), der fügt für die 2 Netzwerkkarte einfach
folgendes hinzu :
/sbin/iptables -t nat -A PREROUTING -p tcp -i eth0 --dport pop3 -j REDIRECT --to 8110
Die
Einbinung des AntiViren-Scanners war leider nicht ganz so einfach wie
zunächst angenommen. Zwar klappte mein 1. Versuch mit ClamAV ohne
Probleme, angesichts der noch frühen Entwicklungsphase des Scanners
wollte ich Ihn aber nicht (oder zumindest noch nicht) einsetzen und
entschied mich für den oben schon erwähnten F-Prot AntiVirus Linux
Client.
Nach ein paar kleinen Tests (wie gut das es im Netz
die eine oder andere DL Möglichkeit für Viren aller Art gibt *sfg*)
funktionierte aber auch letztendlich der F-Prot Client ohne Porbleme!
Folgende Einstellungen waren dabei nötig :
scannertype = basic
scanner = /usr/local/bin/f-prot -archive -ai
viruscode = 3,8
virusregexp = (?=Infection\:)[[:space:]]*(.*)$
Zum
Schluss mußte nun noch SpamAssassin hinzugefügt werden, was anhand der
mitgelieferten p3scan.conf jedem ohne Probleme gelingen sollte. Einfach
nur die entsprechenden Zeilen in der Datei auskommentieren!.
Die
von vielen beschriebene Resourcenhungrigkeit des Systems konnte ich
bislang nicht nachvollziehen. Bei mir verrichtet zur Zeit ein Duron 500
mit 256 MB RAM und 40 GB Festplatte seinen Dienst, der neben dem
Scannen und Routen auch noch als kleiner Test / Entwicklungsserver und
Bilddatenbank fungiert… und bislang konnte ich mich noch nicht
beklagen!!!!
Ach ja .. das wichtigste hätte ich doch noch glatt vergessen! Was passiert eigentlich, wenn p3Scan einen Virus / Spam filtert?
Antwort : Sollte P3Scan (oder besser der Scanner) einen Virus in einer
eMail finden, wird die betreffende Email durch eine harmlose Nachricht
ersetzt, das ein Virus gefunden und in Quarantäne gestellt wurde. Bei
Spam ist das vorgehen nicht ganz so agressiv. Hier liefert P3Scan eine
eMail aus, welche die Spam-Verdächtige eMail als Anhang enthält. Neben
ein paar netten Informationen, wieso SpamAssassin diese eMail als Spam
klassiviziert hat, verändert er auch noch zusätzlich das Subjekt der
eMail, so das sich Spam elegant per Filterregel aussortieren läßt! Und
sollte dennoch mal etwas dabei sein, genügt in der Regel ein Blick in
den Spam-Ordner.
P3scan Homepage